Agenor, geb. 03/95 war unser erster American Akita und er war das Beste,
das uns je passieren konnte.
In stressigsten Zeiten ist er immer cool und loyal und wir können uns immer auf ihn verlassen.
Wie viele andere wurde er ein zeitliches Opfer der endgültigen Rasseanerkennung
Mitte bis Ende der 90er.
Aber dennoch fegte der Sohn berühmter amerikanischer Väter (siehe Ahnentafel) nach 2000 bis zum Alter von fast 9 Jahren die Jungspunde von den Laufstegen
der CACIB-Schauen und hatte 2001 bis 2003 große Erfolge und erreichte mehrere Championate und Gruppenplatzierungen.
Leider musste er wegen tumoröser Hoden 2004 kastriert werden.
Agenor's Pedigree:
Prost Kansas Sierra de Altea |
CH USA North Star's Madd Maxx |
CH USA O'Bj Zack
The Spotted Bear |
CH USA Kuroi Kao
Dallas Alice |
CH USA '94 Princesa de Prost |
CH USA, CH E '95 Prost's
Kobi of Valkan |
CH USA Prost's
Spanish Nina |
Jana de Laguna Escorpion |
Shogun de Araruna |
CH CO
Raiden Becker |
Hibachi
de Gegar |
Beyla de Laguna Escorpion |
Claran
Maltese Marble |
| CH E '91
Danae
|
Agenor sucht sich sein neues Herrchen von Carola Biermann
Im März 1995 mußte ich für einige Zeit meinen Wohnsitz nach Leiria, Portugal, verlegen. Es dauerte einige Tage, bis ich es mir im angemieteten Haus nach meinem Geschmack gemütlich gemacht hatte.
Danach ging es dann frisch ans Werk und ich nahm meine Vorhaben in Angriff. Gottlob hatte ich schon einige Sprachkenntnisse und so konnte ich schnell Kontakt zur Bevölkerung finden; außerdem haben die Dorfbewohner mich sehr nett aufgenommen und mir in jeder erdenklichen Weise geholfen. Trotz aller guten Erfahrungen packte mich kurz vor Ostern ein gewaltiger Heimwehanfall, doch bis nach Hause waren es fast 2500 km. Um nur für die Feiertage daheim zu sein, eine viel zu große Entfernung.
Also beschloß ich kurzerhand sehr gute Freunde in spanischen Sanlucar (Cadiz) zu besuchen, denn bis dorthin waren es ja "nur" etwa 600 km. Diese Freunde hatte ich während meiner Zeit als internationale Fernfahrerin gewonnen, und wir standen auch jetzt noch immer in gutem Kontakt. So packte ich die Zahnbürtste ein, fuhr am nächsten Morgen gen Spanien. An der Grenze angekommen, rief ich unseren Freund Fochi an, um meinen Besuch anzumelden.
Die beiderseitige Freude war groß, denn wir hatten uns immerhin über zwei Jahre nicht gesehen. Während der Weiterfahrt erinnerte ich mich an frühere Aufenthalte (mit dem Laster) in der Gegend von Jerez de la Frontera und Sanlucar, und wie wir, mein Mann und ich, unsere Freunde kennengelernt hatten.
Jedesmal freute ich mich auf Fochi und Rosario, seine Frau, und die großen Hunde, die trotz ihrer respekteinflößenden Erscheinung immer sehr freundlich und zugänglich waren. Sie besaßen den Rüden Julk, der einem scheckigen Zwergpferd glich (abgesehen von der geringelten Rute), und seine Schwester Jana; beide von der "Laguna de Escorpion".
In Sanlucar angekommen, wurde ich schon beim aussteigen stürmisch vom freilaufenden Julk begrüßt. Ich war verwundert, denn ich hätte nicht gedacht, daß ich nach über zwei Jahren noch von dem Hund wiedererkannt würde.
Schon ging die Haustür auf und Fochi erschien auf dem Hof; nach freudiger Begrüßung bat er mich ins Haus. Bis dahin hatte ich die Hündin Jana noch immer nicht gesehen und fragte nach ihrem Verbleib. "Jana hat im Haus eine Überraschung für Dich. Geh schon mal rein.", sagte Fochi und ließ mir den Vortritt. Als ich dann den Hausflur betrat, wurde ich plötzlich von Jana und ihren vier Welpen umringt. Genau wie Julk erinnerte sie sich an mich und begrüßte mich freudig, trotz ihrer noch sehr jungen Welpen. Ich war völlig überwältigt vom Anblick der kleinen Teddybären, denn so sahen die Welpen aus, und Fochi war mächtig stolz auf seine Hundefamilie.
An den nächsten drei Tagen sollte ich erleben, was es bedeutet, einen Wurf Welpen im Haus zu haben. Den ganzen Tag war etwas los; es gab immer einen, der gerade Unsinn im Sinn hatte oder ausbüxen wollte. In diesen drei Tagen habe ich es dann auch endlich geschafft, mir den Namen dieser Hunderasse einzuprägen.
American Akita
Früher konnte ich mir das nicht einmal eine Stunde lang merken; doch ich begann, eine Beziehung zu diesen tollen Tieren aufzubauen. Mir fielen Dinge auf, die ich bei anderen Hunden noch nicht beobachtet hatte. So zum Beispiel der Rüde Julk, der väterliche Onkel der Welpen: Er kümmerte sich nicht nur rührend um die Kinder seiner Schwester Jana, er bewachte mit peinlicher Genauigkeit meinen 10 Wochen alten Sohn Florian. Julk lag stundenlang an der Schwelle zum Schlafzimmer und beobachtete das Babybettchen. Wenn Klein - Florian erwachte, kam Julk zu mir gelaufen, stieß mich mit der Nase an und blickte zu mir hoch, als ob er sagen wollte:" Kümmere Dich gefälligst um Dein Kind, sonst wird es gleich weinen!" Außerdem hatte er es nicht gern, wenn jemand außer mir das Babyzimmer betrat; er paßte ganz genau auf, damit niemand dem kleinen Florian etwas zu leide tun konnte.
Die vier Welpen waren jeder von verschiedener Farbe und Zeichnung. So konnte man sie gut auseinanderhalten. Der auffälligste war für mich der einzige Rüde, ein brauner Pinto wie sein Onkel. Er war sehr zurückhaltend. Ja, schon fast als faul oder träge zu bezeichnen. Oft, wenn die Haustür aufging, stürmten alle Hunde hinaus, um sich auf dem Gelände zu lösen und zu spielen. Anton, so will ich Ihn ab sofort nennen, lief nicht hinaus, sondern in die Küche und verrichtete sein Geschäftchen, sehr zum Unmut von Rosario, dort. Erst dann lief er nach draußen um zu sehen, was die anderen so treiben. Die waren jedoch schon ein Stück weit ins Feld gelaufen und tobten dort herum. Der faule Anton lief etwa 20m in Richtung seiner Familie, kehrte dann aber um, weil laufen anscheinend viel zu anstrengend für ihn war. Er kam dann zu mir und ließ sich von mir kraulen und streicheln und spielte mit mir. Seine Geschwister interessierten ihn nicht mehr, solange ich mich mit ihm beschäftigte. An allen drei Tagen wich er mir kaum von der Seite. Freund Fochi beobachtete dies sehr amüsiert, und am letzten Tag meines Besuches sagte er beim Frühstück zu mir, daß er Anton nicht mehr verkaufen könne, weil dieser sich sein neues Herrchen schon ausgesucht hätte. Er wollte mir den Welpen schenken; auch weil er der Ansicht war, daß so ein Akita recht gut zu uns passen würde. Am liebsten hätte ich das Geschenk sofort jubelnd angenommen, aber ich mußte vorher wenigstens mit meinem Mann Michael darüber sprechen, und ich durfte schließlich auch nicht vergessen, daß unser Baby erst drei Monate alt war. Nach diesem Angebot war für mich irgendwie schon alles klar, denn ich hatte den kleinen Akita sehr lieb gewonnen, aber da war ja noch mein äußerst kritischer Gatte.
Zurück in Portugal erzählte ich Michael am Telefon was sich dort in Spanien alles ereignet hatte. Grundsätzlich war er nicht gegen die Anschaffung des Hundes eingestellt, hatte aber einige Bedenken, daß die Belastung Baby, Hund und Job zuviel für mich werden könnten. Wir einigten uns darauf, daß wir bei seinem Besuch im Mai nocheinmal zusammen nach Fochi fahren würden, um uns den Hund noch einmal anzusehen. Gesagt - getan! In der ersten Maiwoche kam Michael nach Portugal und wir fuhren sofort am nächsten Morgen nach Sanlucar. Dort angekommen, verliebte Michael sich sofort in den (noch) kleinen Akita-Mann und innerhalb kürzester Zeit waren alle Bedenken beiseite geschoben und am nächsten Tag fuhren wir zurück nach Portugal als vollständige Familie - so richtig mit Kind und Hund.
Heute können wir uns ein Leben ohne diese Rasse gar nicht mehr vorstellen.