Dieser Artikel befaßt sich mit Gedanken zur Anschaffung eines großen Hundes. Zwar geht es hier hauptsächlich um American Akitas, jedoch trifft alles genauso auf jede andere große Hunderasse zu.
Noch vor 30 Jahren gab es bei uns in Deutschland kaum Familienhunde. Hauptsächlich gab es Jagd-, Wach- und Gebrauchshunde. Die Haltung in Zwingern und an Ketten wurde als normal angesehen. Ebenfalls war es zu damaligen Zeiten selbstverständlich, daß man nicht üblicherweise fremde Hunde einfach anfassen oder streicheln konnte. Scharfe Hunde waren absolut akzeptiert und respektiert. Die Situation für die Hunde hat sich heutzutage geändert und an die Hunde stellen wir völlig neue Anforderungen.
Die heutige Zeit verlangt Hunde mit guten Nerven, einer sehr hohen Reizschwelle und außerdem sollen sie Kinder lieben.
Hunde, und insbesondere die American Akitas, sind heute sehr menschenbezogen und suchen den engen Kontakt zur Familie. Die Zwingerhaltung empfiehlt sich überhaupt nicht, den ein nur im Zwinger gehaltener Hund ist nur äußerst schwierig zu kontrollieren.
Jedoch sollte man nicht vergessen, daß die Wohnungshaltung (insbesondere American Akita) nicht zu warm sein sollte, denn dichtes Fell schützt sehr gut vor Nässe und Kälte, ist aber in der Wohnung sehr schnell zu warm für den Hund. Der Zugang zum Garten sollte selbstverständlich sein, aber man darf auch nicht vergessen, daß damit schmutziges, nasses und stinkendes Fell verbunden ist. Ein großer Hund, auch der American Akita, im Flegelalter wird in Ihrem Garten seine Spuren hinterlassen, vor allem, wenn er eine Vorliebe zum Wühlen hat. Der AA ist zwar kein Käffer, aber die Lautstärke seines Gebells kann zu Unwillen in der Nachbarschaft führen. Es ist nicht unbedingt notwendig, daß die Wohnung sehr groß ist, denn AAs sind sehr ruhig und liegen einfach nur gern in Ihrer Nähe. Auch draußen sind sie nur mäßig aktiv.
Bei diesen mächtigen Tieren muß man davon ausgehen, daß sie auf keinen Fall mit bloßer körperlicher Überlegenheit zu führen sind. Gehorsam ist allerdings Grundbedingung, und schon der junge Welpe muß lernen, sich unterzuordnen, damit man mit seinem später erwachsenen Hund keine Schwierigkeiten bekommt. Dominante und selbstbewußte Personen haben es am leichtesten, denn es fällt ihnen nicht schwer Rudelführer zu sein. Nachgiebigkeit und Scheu vor Auseinandersetzungen führen die Hundeerziehung zum Fiasko. Gefragt ist Durchsetzungsvermögen, daß dem Tier zeigt, wer der Herr im Haus ist. Zwang und Härte sind jedoch nicht der richtige Weg; dadurch werden die Tiere verstört und unlenkbar. Im Zweifel ist es von Vorteil, sich für eine sanfte Hündin zu entscheiden, statt für einen imposanten, starken Rüden. Bei dieser Entscheidung ist Vernunft gefragt.
American Akitas haben ein großes Herz für Kinder, sind äußerst geduldig und lassen sich viel gefallen. Es darf jedoch nicht vergessen werden, daß ein Hund auch nur nach Hundeart erziehen und reagieren kann. Wenn ein Hund seinen Welpen am Nackenfell packt und schüttelt, ist der Welpe durch sein Fell vor Verletzungen geschützt, ein Kind jedoch könnte bedrohlich in Gefahr geraten. Aber nicht nur der Hund muß den Umgang mit (Menschen-) Kindern lernen, auch die Kinder müssen lernen, Hunde mit Respekt zu behandeln.
Wer all dies bedenkt, und gelernt hat, mit großen Hunden umzugehen, hat einen Freund fürs Leben gefunden und seine imposante Erscheinung hält ungebetene Leute sicherlich auf Abstand, ohne aggressiv sein zu müssen.